JA zur EU-Richtlinie

Der VS in ver.di begrüßt die Zustimmung des Europäischen Rates zur Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt. Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di) sieht in der beschlossenen Richtlinie zur Vereinheitlichung des Urheberrechts einen wichtigen Schritt für die Stärkung der vertraglichen Situation und der Interessenvertretung für Autorinnen und Autoren sowie Übersetzerinnen und Übersetzer in Europa. »Die Richtlinie stellt klar, dass das Urheberrecht auch in Zeiten von Digitalisierung und Internet beachtet, respektiert und vergütet werden muss. Der Grundsatz, dass die Schöpferinnen und Darsteller von Kunst und Kultur am ökonomischen Erfolg ihres Schaffens zu beteiligen sind, wird durch die Richtlinie europaweit gestärkt«, begrüßt Lena Falkenhagen, die Vorsitzende des VS in ver.di, die Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt. Der VS hatte sich gemeinsam mit seinen europäischen Schwesterverbänden für die Verabschiedung der Richtlinie eingesetzt. Die Grundzüge eines Urhebervertragsrechts, wie es in Deutschland besteht, müssen jetzt in allen Mitgliedsstaaten eingeführt werden. Der Grundsatz der angemessenen und verhältnismäßigen Vergütung, ein Anspruch auf Transparenz sowie die Möglichkeit, gegen unangemessene Vergütungen vorzugehen, stärken die vertragliche Position der schreibenden Zunft enorm. »So wie die Richtlinie jetzt umgesetzt werden muss, sind auch Verbesserungen für die Urheberinnen in Deutschland zu erwarten. In vielen Branchen, und teilweise auch im Buchbereich, scheitern die Einzelnen an der Durchsetzung ihrer Rechte. Die in der Richtlinie vorgesehenen Stärkungen der Verbände und Gewerkschaften der Urheber und Interpretinnen müssen hier Abhilfe schaffen«, fordert Lena Falkenhagen. »Buy Out Verträge müssen in der Literatur absolute Ausnahme sein. Wir sind am Erfolg unseres Schreibens zu beteiligen! Wo uns das nicht gegeben wird, müssen unsere Verbände in die Lage versetzt werden, unsere Ansprüche für uns durchzusetzen. Die Richtlinie enthält die Einführung eines Verbandsklagerechtes«, erklärt die VS Vorsitzende. Der Grundsatz, dass eine Beteiligung am ökonomischen Erfolg zu gewähren ist, wird durch die Richtlinie auf »Diensteanbieter für das Teilen von Online-Inhalten« ausgeweitet. Für die Plattformen, die massenhafte Nutzungen von Inhalten mit Gewinnerzielungsabsicht organisieren, legt die Richtlinie fest, dass diese sich die von ihren Nutzern hochgeladenen Inhalte wie ein Lizenznehmer zu eigen machen. »Der umstrittenste Artikel der Richtlinie zielt darauf ab, dass die aktuell größten Inhalteanbieter Lizenzen für die bei ihnen genutzten Inhalte erwerben müssen. Wir gehen davon aus, dass es Lizenzen für die allermeisten Inhalte geben kann und wird. Wir Autorinnen wollen, dass unsere Werke genutzt werden. Wenn allerdings ein Hörbuch auf YouTube mit Werbung gekoppelt wird, müssen die Autorin, die Übersetzerin und Sprecherin hierfür vergütet werden«, erläutert Lena Falkenhagen. »Für die weltweite Administration von Nutzungsrechten werden die Verwertungsgesellschaften immer wichtiger. Deswegen freuen wir uns, dass das Modell der gemeinsam von Autoren und Verlagen gegründeten und geführten Verwertungsgesellschaft durch Art. 12 (16) der Richtlinie gestärkt wird. Auch wenn es zunächst seltsam erscheinen mag, dass sich ein Autorenverband darüber freut, dass Verlage eine Beteiligung erhalten können, sind wir froh, dass unsere VG Wort ihre seit Jahrzehnten bewährte Arbeit fortsetzen kann. Hiervon profitieren die Autorinnen und Autoren und erhalten wirtschaftliche, langfristige Sicherheit. Keiner der Kritiker des aktuellen Modells ist in der Lage schlüssig zu erläutern, wie es mit einer VG Wort ohne Verlage weitergehen soll. Das ist leider in bisschen wie bei den Brexiteers: Gegen etwas sein, aber keine sachkundige Strategie haben, wie man es besser machen kann. Als VS wollen wir eine stabile und starke VG Wort, denn nur eine solche ist in der Lage, langfristig gute Tarife für unsere Nutzungsrechte zu verhandeln«, so Falkenhagen.

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